Hintergrundwissen

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Das Kaleidoskop

Das Kaleidoskop ist das Sinnbild für die Vielfalt bunter Eindrücke, aber auch für stetigen Wandel, unwiederbringlichen Zerfall und immerwährende Erneuerung. Es ist eines der klassischen Spielzeuge für Jung und Alt. Herzstück der meist fernrohrförmigen Kaleidoskope ist ein Spiegelprisma, in dem sich ursprünglich bunte Glassplitter vielfach spiegelten.
Erfunden wurde es bereits im Altertum und dienten damals vor allem im fernen Orient den Teppichknüpfern und Webern zur Inspiration bei der Suche nach neuen Mustern.




 

Die Erfindung wird gern dem schottischen Physiker Sir David Brewster zugeschrieben. Das trifft die Wahrheit allerdings nicht ganz. Er hat dieses optische Spielzeug im Grunde nur verfeinert und sich am 10. Juli 1817 patentieren lassen. Außerdem hat er den klangvollen Namen erfunden, abgeleitet vom griechischen kalos = schön, eidos = Bild/Gestalt und skopein = schauen.

Die direkten Vorläufer des Kaleidoskops waren auch jene so genannten "Guckkästen", die eng mit der Verbreitung des Spiegels im 17. Jahrhundert zusammen hingen. Sie ermöglichten dem Betrachter ein perspektivisches Sehen und erfreuten sich großer Beliebtheit. Streuung, Brechung des Lichts und Reflexion - das sind die Naturphänomene, auf denen die Faszination des Kaleidoskops beruht.

Dabei war es überhaupt nicht im Sinne des „Erfinders“, ein Spielzeug auf den Markt zu bringen. Für Brewster war dies im Grunde nur eine Fingerübung auf dem Gebiet der optischen Forschung. Er beschäftigte sich vielmehr mit der Stereofotografie, die schon damals einen 3D-Effekt ermöglichte, was allerdings bald in Vergessenheit geriet. Das Kaleidoskop hingegen erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und lässt auch heute noch Kinderaugen - und nicht nur diese - leuchten.




 

Brewster verdiente eine Menge Geld an den Kaleidoskopen. Es war das Spielzeug des 19. Jahrhunderts. In Paris wurden in den siebziger Jahren 60.000 Kaleidoskope in einem Monat verkauft! In jener Zeit, die noch nicht so reich an Spielzeug war, versetzte es sämtliche Gesellschaftskreise in Erstaunen und Verzückung. Nicht umsonst schrieb man damals an den Weihnachtsmann: Ein Perspektiv, ein Zootrop, / 'ne magische Laterne, / Ein Brennglas, ein Kaleidoskop / Dies alles hätt' ich gerne...

Auch heute noch werden alle Betrachter von den wunderbaren Spiegelbildern verzaubert, und gerade in unserer so technisierten Zeit haben die Kaleidoskope von ihrem märchenhaften Zauber nichts verloren.




 

Sir David Brewster

Sir Davis Brewster wurde am 11. Dezember 1781 bei Jedburgh in Schottland geboren. Er studierte zunächst in Edinburgh Naturwissenschaften. Seine ersten Untersuchungen betrafen die Polarisation von Licht und die doppelte Strahlenbrechung. Brewster war ein universell interessierter Naturforscher, der unter anderem auch die Redaktion der Edinburgh-Encyclopedia leitete. Auch an der Encyclopedia Britannica arbeitete er mit. 1859 wurde er Rektor der Universität Edinburgh. Seine großen Leistungen, die Erfindung des Stereoskops und die Erforschung der Grundlagen der Stereofotografie, sind heute fast vergessen, seine populärste Erfindung, das Kaleidoskop, begeistert jedoch noch immer Menschen auf der ganzen Welt. Brewster starb am 10. Februar 1868 in Allerly bei Melrose.




 

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